Jam

Musik ist ein elementares und umfassendes Mittel, um Gefühle auszudrücken. Musik ist aber auch eine Sache der Gemeinschaft. Wenn in einer Gemeinschaft Wichtiges stattfindet, kommt oft Musik mit ins Spiel. Seit Urzeiten. Bei vielen Kulturen. Sogar bei den Tieren.

Jetzt  trifft man hierzulande immer mal wieder Leute, die nach jahrelangem Einzelunterricht virtuose Kapriolen produzieren können, beim Zusammenspiel mit andern aber keinen brauchbaren Ton herausbringen. Das ist ähnlich speziell, wie wenn jemand zwar Goethes «Faust» auswendig rezitieren, nicht aber selber ein Bier bestellen kann.

guitarkick ist stetig bemüht, die Teilnehmenden für den Jam fit zu machen. Auf jedem Niveau. Auch mit Einsteigern. Man kann schon mit einfachen Grundkenntnissen brauchbar zusammenspielen. Wenn man weiss wie. Wir suchen den Einstieg und und stossen Schritt für Schritt in neue Gebiete vor. Dabei geht es nicht nur um die richtigen Töne. Es geht vor allem ums Zuhören. Wie bei einem guten Gespräch. Da geht es schon auch darum, dass von dir etwas Gescheites kommt. Das kommt aber nur dann gut, wenn dich auch interessiert, was andere zu sagen haben.

Eine der Spielformen, die wir benützen, ist «Circle Jam». Wenn wir improvisieren, heisst das nicht, dass wir uns – wie beim Free Jazz – im offenen Raum bewegen und nichts festhalten. Im Gegenteil. Wir beginnen zwar intuitiv, halten dann aber einfach Melodiebögen fest und repetieren sie so lange, bis sie rund laufen. Sitzt dann die Phrase, kommt eine zweite dazu. Und so weiter. Aus diesem Spiel können Songs entstehen. Monotones Wiederholen ist ein wichtiges Element, um Vertrauen und Sicherheit zu gewinnen. Diese Übung nennen wir «Circle Jam», in Anlehnung an die «Circle Songs», mit denen Vocal-Artisten und Chöre arbeiten. Rituelle Wiederholungen sind auch bei vielen Naturvölkern eine Basis für Improvisation. Auch der Blues ist so entstanden.

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